Wenn man mich vor zwei Jahren gefragt hätte, wann wir uns eine eigene Yacht zulegen, hätte ich vermutlich geantwortet: „Irgendwann. Mal sehen.” Genau diese Antwort haben meine Frau und ich uns wohl gegenseitig gegeben – Jahr für Jahr, bei jedem gemütlichen Absacker nach einem weiteren Segeltag: „Wäre es nicht schön, öfter als zwei Wochen im Jahr rauszukommen?”
Ehrlich gesagt hatte das Chartern für mich nie nur Nachteile. Im Gegenteil: Jedes Jahr ein anderes Boot zu übernehmen, zwingt einen, bei jedem Hafenmanöver neu zu improvisieren und die Segeleigenschaften erstmal wieder zu erspüren – das schärft die Sinne und macht einen zu einem besseren Segler. Eigner kennen ihr Schiff. Wir Charterer müssen es jedes Mal neu kennenlernen. Der Nachteil dabei: Man kann eben nicht einfach an einem Freitagnachmittag sagen „Lust auf einen Segeltörn?” – und man schleppt bei jeder Anreise gefühlt den halben Hausstand mit.
Was diesen jahrelangen Gedanken schließlich vom „wäre schön” zum „machen wir jetzt” gemacht hat, war kein Sonnenuntergang und kein romantischer Moment an Deck. Es war etwas deutlich Ernsteres: In unserem Umfeld häuften sich in die Fälle, in denen Menschen durch Krankheit oder plötzlichen Tod nicht mehr die Chance hatten, ihre eigenen Träume zu verwirklichen. Die Einschläge kamen dichter. Das rüttelt wach. Plötzlich klang „irgendwann” nicht mehr nach einer gemütlichen Option, sondern nach einem Risiko.
Fast zeitgleich kam die zweite, deutlich erfreulichere Erkenntnis: Wir können früher in den – nennen wir es liebevoll – „Unruhestand” gehen, als wir ursprünglich dachten. Aus einer vagen Zukunftsvision wurde plötzlich ein Zeitplan.
Und so schnell, wie der ernste Anstoß kam, so schnell wich er auch der Vorfreude. Der Plan steht: Wir werden uns eine eigene Yacht zulegen! Aus dem „irgendwann” ist ein Kurs geworden. Die Wende ist eingeleitet – weiter geht es auf dem neuen Bug.


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